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20. Mai 2010 4 20 /05 /Mai /2010 19:22

 

Am letzten Dienstag (18. Mai) haben Rico und Giuseppe nach langer Pause in der Trattoria in der Büchsenstraße 24 wieder Musik gemacht und es war wunderbar.


Rico spielt Akkordeon ganz so, wie man es in Italien seit immer macht: voller satter Klang, Fingerfertigkeit, die man gerne und bewusst zur Schau stellt, Verspieltheit und viel Passione. Bei Giuseppe (Gitarre und Gesang) hat man das Gefühl, dass er es genießt, also… dass es ihm einfach Spaß macht, da zu sein und Musik zu machen. Und das ist ansteckend.


In den Besten Momenten verführen sie uns an einen Ort zwischen Italien und Frankreich.

Am letzten Dienstag war es so nett, dass wir die beiden gleich auch für den kommenden Dienstag wieder "bestellt" haben.


Also, am 25. Mai zwischen 21 und 23 Uhr Italozeug und sonstige Standards zum "Dazwischenhören“, zum Zuhören, zum Mitsingen oder einfach zum Daraufreden.    


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5. Mai 2010 3 05 /05 /Mai /2010 09:41

 

Renato Nicolini, selber Architekt, war als assessore alla cultura (in etwa einem  Kulturbürgermeister in Deutschland entsprechend) bei der Stadt Rom sehr bekannt geworden. Es war die Zeit der "roten Stadtverwaltungen", als die Kommunistische Partei in den 70er Jahren die  größten Städte „erobert“ hatte und durfte u.a. auch Rom, die capitale, regieren. Nicolini gründete damals die „estate romana“ und wurde somit die Leitfigur für viele ähnliche kulturelle events in ganz Italien.

Nun ist die große Saison der „linken Gemeinden“ schon längst vorbei und Rom hat heutzutage einen neofaschistischen Oberbürgemeister, Alemanno.

Anfangs April hat Alemanno einige unter den bekanntesten Architekten (Fuksas, Renzo Piano, Portoghesi, Meier, Calatrava, Ricky Burdett, Peter Calthorpe) zu einer Tagung über die Entwicklung der Hauptstadt eingeladen.

So hat Nicolini sich in der Zeitung Il Manifesto (www.ilmanifesto.it) vom 10. April zu Wort gemeldet. Wir zitieren auf Italienisch:

„Perché il comune di Roma ha riunito archistar…   per parlare del futuro di Roma? In un presente predisposto al servilismo nei confronti del potere, abbiamo così perso l’abitudine al progetto  da confondere i ruoli. Il futuro delle città non si può certo delegare al firmamento degli architetti. Questi possono dare forma a un’idea di città, che però nasce da scelte che sono di esclusiva pertinenza dei cittadini attraverso le forme della democrazia”.

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5. Mai 2010 3 05 /05 /Mai /2010 08:51

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Karotten, Zwiebeln, Staudensellerie mit  Olivenöl in einem Topf anbraten, die  schon halb gekochten weißen Bohnen „Cannellini“ mit ihrem Saft und noch Wasser hinzufügen, den cavol o nero und Wirsing in große Streifen schneiden und  dazugeben, weiter kochen, gegen Ende mit Salz abschmecken.

  

Weißes Brot  rösten, in einen tiefen Teller hineintun, die Suppe dazu geben, mit einem kräftigen Olivenöl und geriebenem Parmesan abschmecken. Fertig.


Wir geben für diese Suppe keine Mengen an, weil im Grunde Geschmacksache ist, wie grün oder gelb oder „schwarz“ sie werden soll.


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Ursprünglich war die ribollita für die Bauern eine Möglichkeit, das alte Brot (das für die ganze große Familie ein Mal im Monat gebacken wurde) wieder zu verwenden: Es wurde in möglichst dünne Scheiben geschnitten und dann in einen (damals aus Terracotta) breiten Topf mit der Gemüsesuppe aufgeschichtet.

In jeder Küche gab es eine große offene Feuerstelle, die die einzige Heizung im Hause darstellte und auch zum Kochen benutzt wurde. Der Topf mit der ribollita durfte dann über Nacht (und auch länger) im Kamin langsam kochen und ziehen. So war die ribollita eigentlich keine Suppe, sondern viel mehr eine Art Brot- und Gemüseauflauf… Und das Beste war die leicht braune Kruste, die sich auf dem Boden des Topfes gebildet hatte. Wer es suppiger haben wollte, konnte noch etwas Brühe (die man immer beiseite hatte) und Olivenöl dazu geben.


Selbst der Name von diesem Bauerngericht weist auf die Art der Vorbereitung hin: Ribollita heißt nämlich "die Wiedergekochte".


Heute ist das langsam Garen wieder so in, daß es von Manchen dargestellt wird, als ob man die Langsamkeit neu erfunden hätten. In der Tat ist die Technik, die man heute verwendet, zwar modern,  die Langsamkeit des Kochens hatten die Bauern aber (zwangsweise) in der ganzen Welt schon immer betrieben.


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1. Mai 2010 6 01 /05 /Mai /2010 15:08

... Und so ist es auch gekommen. Rechts von uns baut ein Großinvestor (aus Berlin) um. Wie erwartet, wird das Gebäude etwas aufgeputzt, Büros, Läden, Großgastronomie und eine (sage eine) Wohnung kommen darein. Links von uns wurde ein zweites Gebäude abgerissen, es wird von einem ähnlichen (nur etwas mehr Glas vielleicht) ersetzt. Ein Bürogebäude selbstverständlich. 

 

Am 20. April schreibt Joe Bauer in den Nachrichten (s. Joe Bauer in der Stadt, SN Seite 16, "Woanders ist auch Scheiße"):

 

"...Auch habe ich mir in der einen oder anderen Stadt Baustellen und Baupläne angesehen. Noch nie aber habe ich erlebt, dass die Begriffe Stadtplanung und Stadtentwicklung so stillos gemieden werden wie bei uns, in Investor-City. Das gilt für Stuttgart 21, für das Da-Vinci-Projekt (Karlsplatz) oder das Quartier S (Paulinenbrücke). In vielen Ruhr-Ecken, ob grün oder bewässert oder barbarisch betoniert, spüre icht trotz großer Krise mehr urbane Fantasie, Architektengeist und kulturelles Risiko als bei uns. Der Vorwurf, ich würde Äpfel mit Birnen vergleichen, ist mir wurscht. Tatsache ist: Die totale Stuttgart-21-Mobilisierung paralysiert die Menschen. Unsere Stadt der Zukunft liegt im Tunnel, und Stuttgarts kulturelle Dunstglocke gab es lange vor Islands Flugasche".

 

Das gilt auch für das Hospitalviertel, lieber Joe Bauer, auch hier wütet Investor-City. Denn vernünftige, am Leben und an der Geschichte der Menschen orientierte Stadtplanung und Stadtentwicklung braucht ganz andere Grundwerte als die, von denen die Politiker dieser Stadt sich leiten lassen.

Danke Joe Bauer für das, was Du schreibst! 

 

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1. Mai 2010 6 01 /05 /Mai /2010 13:55

Es war im Juli 2009 und die Stadt zusammen mit dem Forum Hospitalviertel hatte zu einer Informationsveranstaltung über die bevorstehende Sanierung eingeladen. Damals war noch die Rede von Pilotsanierung. Nach der Veranstaltung, aus der ich mit viel Unbehagen und der üblichen Wut im Bauch herausgekommen war, schrieb ich:


Sie haben alle eingeladen, alle die im Hospitalviertel wohnen, arbeiten, sich regelmäßig bewegen, ja, sie haben ein Blatt in  die Briefkästen eingeworfen und es stand auch in den Zeitungen. Es ging um die Sanierung des Hospitalviertels: sie haben alle zu einer Versammlung eingeladen, auf der das nun beschlossene und deswegen würde-man-denken feststehende Projekt vorgestellt werden sollte. Ich habe mich also auch eingeladen gefühlt und bin hingegangen. Brachte die Hoffnung mit, auf eine verständliche Weise über die Pläne für dieses Viertel informiert zu werden.

 

Sie haben uns fast zwei Stunden lang mit Paragraphen über Sanierungsmaßnahmen und Zuschüsse für Hauseigentümer tot geredet. Es war eine surrealistiche, eine „dada“ Situation. Es war als ob wir uns alle in einem riesigen Hauseigentümerberaterbüro, so etwa wie beim GrundundBodenVerein befänden. Das surrealistische lag daran, daß es im Hospitalviertel ganz wenige kleine Hauseigentümer gibt, denn das Meiste liegt in den Händen von Kirchen, Banken und sonstigen Großen: Bekanntlich ist das ja kein – wie man auf Italienisch sagt – quartiere residenziale, kein Wohnviertel. Die Veranstaltung hatte etwas vom Wahnsinn, ich habe mich die ganze Zeit gefragt, woran ich geraten war.

 

Die Redner haben wiederholt (und etwas verzweifelt) gesagt, daß Ideen gefragt seien (dabei war es klar, daß sie selbst keine hatten) und daß der Rahmen für die Sanierung fest stehe. Fest stehe??!! Abgesehen von einem Paar Blumenbeeten, die man umzugestalten gedenkt, und vom Paar Hundert Metern Straße, die man verkehrsberuhigt haben wird, gibt es sonst andere Pläne, Projekte, Programme, Ideen? Die gibt es nicht!! Warum denn sonst das ganze Theater?

 

„Die Ausgangsbedingungen für die Sanierung des Hospitalviertels sind optimal“ so die Vertreterin des „Forum Hospitalviertel“. Ja, in der Tat, optimal sind sie!!

 

Ein Stadtviertel mitten in der Stadt, tagsüber fast lebendig, abends tot. Da wohnt kaum jemand. Und die wenigen, was sind die wenigen, die noch da wohnen? Junge? Ältere? Familien? Kinder? Weißt jemand etwas von ihnen? Berücksichtigt man den Ist-Zustand gar nicht, wenn man die Zukunft planen will?

 
Die ehemalige gute Stube Stuttgarts, das war das Hospitalviertel. Gute Stube? Graue, veraltete Gebäuden, einige davon leer, miefige sechziger-siebziger Jahre Architektur.
Ein Stadtquartier ohne soziale Struktur, das ist heute das Hospitalviertel. Was will man da sanieren? Rekonstruieren sollte man das Viertel, ja rekonstruieren, wieder konstituieren, zusammenfügen bis es zum Leben kommt. Und wo fängt man an? Bei den Blumenbeeten? Nein, bei den Menschen fängt man an. Menschen muß man wieder hier rein bringen, sie an das Viertel emotional verankern. Nur eine ausgeglichene, vernünftige, soziale Struktur bringt wieder Leben wo es keines gibt und kann dieses Viertel heilen.

 

Und ich? Ich habe mein Restaurant da, mag es und mag auch die Leute, die es besuchen. Im Restaurant bin ich ja. Aber wenn ich daraus gehe und auf die Straße trete, das Einzige woran ich denke ist wegzukommen. Wäre mein Restaurant nicht im Hospitalviertel, hätte ich auch keinen Grund hierher zu  kommen.

 

Während der Veranstaltung appelliert man also wiederholt an die kleinen Eigentümer, die es nicht gibt. Beweist das vielleicht nicht, dass es im Grunde niemand wirklich glaubt, aus dieser Sanierung ein gutes Pilotprojekt zu machen? Man wird im Bereich des Kleinkarierten bleiben: Verschönerung der Büchsenstraße + Hospitalplatz, ein Paar Beeten mehr, ein Paar Bäume weniger. Eben.

 

Was sollte man tun?
Lobbyarbeit leisten, das sollte man. Dieser netter Verein „Forum Hospitalviertel“ sollte sich mal die Großen, die Banken und die Kirchen vornehmen, sie Verpflichten, aus diesem Viertel etwas menschliches zu tun. Zu einfach einen Standort ausnutzen so lange es attraktiv ist, um es dann zu verlassen und die eigenen Monumente der Hässlichkeit so leer da stehen lassen.

 

Stattdessen wird man warten, bis der nächste Großinvestor kommen wird. Dann wird man sich froh in seine Arme werfen und er wird so sanieren dürfen, wie er mag. Von wegen Menschen! Von wegen soziale Struktur und beispielhafte Sanierung! Na ja, schon jetzt sind die meisten Bewohner des Hospitalviertels Ältere, Nichtdeutsche und Hausmeister, was sowieso kaum Wert in der allgemeinen Sanierungswerteskala hat. Wer soll sich gegen das wehren, was kommen wird?


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30. April 2010 5 30 /04 /April /2010 23:34

 

„Könnt ihr mir mal cavolo nero aus Italien besorgen?“

„Eh? Cavolo nero? Was ist das?“ So reagiert zunächst mein Lieblingsitalienimporteur. Der ist aber bereit, mich auch dieses Mal ernst zu nehmen und ruft den Gemüselieferanten in Italien an.

„Na, weißt du, da steht vor  mir die komische Frau mit den seltsamen Wünschen. Weißt du zufällig was cavolo nero ist?“

„Klar, cavolo nero, der toskaniscucinaelipsia-012.jpgche Kohl – höre ich aus dem Telefon mit - brauchst du ihn? Wieviel? Geht klar, kein Problem“. Mein Gesprächspartner hinter dem Schalter staunt und ich bekomme eine Woche später meinen „schwarzen Kohl“.

So sieht der aus, dieser cavolo nero, eine in Mittelitalien verbreitete Grünkohl-Spezialität.
Wie der deutsche Grünkohl schmeckt er auch am
Besten, wenn man den  nach einer Frostzeit geerntet hat.

In der Toskana ist die Ribollita ohne cavolo nero kaum denkbar. Man kann diesen Kohl aber auch kurz  im Wasser kochen,  mit etwas Kochwasser auf eine geröstete Scheibe Brot darauf tun,  mit einem  guten, kräftigen  Olivenöl und geriebenem Parmesan abschmecken und so essen. 

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Im letzten Winter haben wir den cavolo nero als Beilage zu Fleischgerichten serviert. Wir haben ihn im Wasser gekocht und dann in einer Pfanne mit Olivenöl und einer Knoblauchzehe auf niedriger Hitze langsam ziehen lassen.

So oder so schmeckt dieser cavolo  wunderbar mild und gleichzeitig aromatisch.

 

 

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29. April 2010 4 29 /04 /April /2010 23:03

 

 

Man kann die Cardi jetzt auf verschiedene Weisen vorbereiten:

 

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Kalt als Salat mit viel Olivenöl und Balsamico

 

 






  

 

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oder  sie in eine Kasserolle mit Tomatesoße, Mozzarella und geriebenem Parmesan überbacken

 





 

 

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oder auch als Auflauf, geschichtet mit Bechamelsouce, geriebenem Parmesan und Semmelbrösel on the top im Backofen gratinieren.

 




 

 

 

Cardi  schmecken im Grunde ganz mild (kein Vergleich mit dem üppigen Aroma von Fenchel z.B.), trotzdem mag  ich sie sehr wegen der Knackigkeit, des leichten bis (je nach Sorte und Behandlung beim Kochen) intensiv-bitteren Geschmacks und wegen ihrer Vielseitigkeit. Denn letzten Endes nur roh schmecken sie (dann aber ganz und gar) nicht.

 

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29. April 2010 4 29 /04 /April /2010 22:12



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Da sind sie.                                                           

Ich koche sie gerne, weil  sie mich (wieder!) an meine Kindheit erinnern. In der Toskana heißen sie Gobbi (die Buckligen) und waren/sind in jedem Gemüsegarten neben den Carciofi (Artischocken) zu finden .



  

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Karden auf Deutsch oder auch Artischockengemüse. Die Pflanzen sehen in der Tat der Artischocke sehr ähnlich aus, schmecken ziemlich bitter, sind entweder grün-silbrig oder weiß.


 

 

 

 

 

 

   

Auch wegen ihres  bitteren Geschmacks sollte man die Blätter sorgfältig abmachen (weil zu bitter, vor allem die an der Spitze), die Stiele in fingerlange Stücke schneiden, gleich  in eine Schüssel  mit kaltem Wasser und  Zitronensaft hineintun (sonst wird das Gemüse braun, genau so wie die Artischocken)  und mindestens 10 Minuten drinnen lassen.

 

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Die Cardi werden dann ca. 20 Minuten in einem Topf mit kochendem Wasser und etwas Salz gegart (vor dem Kochen habe ich sie kurz unter laufendem Wasser gehalten, so daß das Bittere noch ein Mal „weg“ gewaschen wird). Nach dieser ersten Kochstufe sollten die Cardi noch knackig sein und leicht bitter schmecken.

 

 

 

 

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29. April 2010 4 29 /04 /April /2010 21:51

 

Keine Zucchini, keine Auberginen und wenig Paprika (und wenn, dann nur wegen der Farbe, nur dekorativ sozusagen), hatten wir uns vorgenommen, als der Winter endlich wieder ganz echt mit Schnee und allem Drumundran da war.

 Ja so,  im letzten Winter haben wir grundsätzlich und bewusst auf die Sommergemüsen verzichtet, die ihren saisonalen Charakter (und auch ihren Geschmack)  verloren haben und trotzdem in den Wintermonaten am Einfachsten zu finden, kaufen, kochen sind.

Stattdessen haben wir viel Blattgemüse – wie Spinat, Mangold, Erbette,  Catalogna, Cardi, Cavolo Nero, Wirsing – gekocht. Alle winterliche Gemüsesorten. Es hat Spaß  gemacht. Es war eine Freude und eine Bestätigung festzustellen, wie reich an Gemüse der Winter sein kann.  Es gibt Vielfalt auch im Winter, haben wir (wieder) erfahren, so daß man auf die verdammten auf schnell Wachstum getrimmten Glashauszucchini aus Spanien ganz gut verzichten kann.

 


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29. April 2010 4 29 /04 /April /2010 20:43

...und heute ist es schon Sommer.


Womit haben wir uns in diesem letzten Winter beschäftigt?
Ich meine, was haben wir gekocht?

 

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