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15. Oktober 2014 3 15 /10 /Oktober /2014 14:13

Man ruft mich an: Nette fröhliche mädchenhafte leichtigkeitsbeladene Callcenterstimme am Telefon. Eine Firma soundso hätte von der METRO den Auftrag, die Meinung von Metro-Kunden über ein mögliches Metrogeschäft in Stuttgart (drinnen!) zu sondieren. Ich halte den Anruf für ein fake, lache mich (fast) tot, bedanke mich für den Witz des Tages und lege ab.

Sicherheitshalber rufe ich die METRO an, möchte sie auch warnen, dass irgendein Spaßvogel den Metronamen benutzt und … bitte, es wäre schön, wenn uns schwerarbeitenden Gastrokunden solche Telefonate erspart blieben undsoweiterundsoweiter. „Nein nein – unterbricht mich der MetroMann – die Umfrage haben wir doch im Auftrag gegeben… Was würden Sie denn von der Möglichkeit halten, sozusagen vor Ihrer Türe bei Metro einkaufen zu können? Wären Sie nicht froh?“

Da staune ich nicht wenig… Und ich dachte, dass wir Stuttgarter den Leidensweg zur Einkauf- und Fastfood-Stadt nach den neulich eingeweihten Konsumtempeln hinter uns hätten.

Ich sage dem Mann dann meine Meinung, ich sage ihm ja, dass die City schon von Supermärkten, Discounter und ähnlichen Einrichtungen ausverkauft, von fast food überfüttert, vom Verkehr rund um die Uhr verstopft wird. Ich sage ihm, dass die Menschen und nicht die Geschäfte eine Stadt machen, dass nicht die shoppingmalls bestimmen, wie zivil und urban ein Ort ist… und auch dass ich viel mehr Zeit brauche, mich in der Stadt (drinnen!) von Ost nach West und von Süd nach Nord zu bewegen als von hier nach Esslingen Zell.

„Ja, Sie haben Recht“ sagt mir der MetroMann.

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Published by Loretta Petti
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