Durch Loretta Petti
Der Ritter sah sie an und lächelte: "Ich habe dort unten auch Zypernwein getrunken, Signora, der mir so bitter vorkam wie die Luft, die ich dort atmete. Wenn Traurigkeit und Schuld ihre Wurzeln in die Seele schlagen, werden alle Sinne bitter. Dieser Wein hier hat vor allen Dingen den Geschmack der Unschuld, und genau das genieße ich nun. Sodann schmeckt er nach meiner Heimat, nach diesen Hügeln hier, wo ich geboren wurde, und die ich nun vielleicht wiederfinden werde. Aber habt keine Angst, ich weiß auch seinen wahren Geschmack zu genießen, den, der nicht dem Gefühl und der Sehnsucht entspringt", und dabei führte er einen Nußkern zum Mund und aß ein Stückchen Brot dazu.
Alle tranken bereits und aßen das Brot mit den Nüssen, und der Wein, der beim ersten Schluck dem Gaumen etwas holzig vorgekommen war, verlor auf wundersame Weise jegliche Bitterkeit, als er sich mit dem strengen Geschmack der Nüsse vermischte.
"Dies ist der Augenblick", sagte der blonde Gerardo, "ein Experiment durchzuführen, das mir mein Herr gezeigt hat." Er nahm aus dem Körbchen mit den Kräutern einen Baldrianstengel und führte ihn zum Mund. "Der Baldrian ist süß", sagte er kauend, "aber der Wein wird ihm ein leicht bitteres Aroma entlocken."
Friday, October 3, 2003
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