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DIE ZEIT lese ich (fast) regelmäßig...

... jedoch hinke ich meistens hinterher: ich lese DIE ZEIT aus Zeitmangel mit einer bis zwei Wochen Verspätung (was eigentlich halb so schlimm ist, denn sie ist ja eine solide, nachhaltige Zeitung!).

So im Feuilleton vom 14. Mai 09 entdecke ich einen Artikel über Architektur in den Städten (Baut auf den Prinzen, von H. Rauterberg, S.49). Ein Paar Zitate daraus:

„Architektur ist ja kein Oberflächenphänomen. Architektur heißt: dem Leben eine Form zu geben. Die Debatte um das gute Bauen ist im Kern immer eine Debatte darüber, wie wir leben wollen, als Einzelne und als Gemeinschaft. Wer also an unseren Städten verzweifelt, verzweifelt in Wahrheit an unserer Gesellschaft. Diese Gesellschaft kauft bei Allerweltsketten und Discountern – und leidet unter der Allerwelts- und Discounterarchitektur. Überall möchte sie mit dem Auto vorfahren – und ärgert sich über den zugeparkten Stadtraum. Über die häßlichen Parkhäuser und über den unentrinnbaren Lärm. Welch wunderbare Schizophrenie!...“

„... Mehr als die Architekten haben in den letzten Jahren die Spekulanten das Bild der Städte geprägt. Sie interessieren sich in der Regel nicht für Häuser, sondern für Objekte. Nicht für architektonische Qualität, sondern für Image. Für sie zählt allein die möglichst schnelle, möglichst hohe Rendite. Und so sieht diese Architektur der Gier denn auch aus: charakterlos und austauschbar...“

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