Durch Loretta Petti
Heute war es große Demo, viel größer als die große vom letzten Freitag. Das hat man gemerkt, als die Leute sich vom Schlosspark in Bewegung gesetzt haben: Viele Leute und noch mehr und noch und noch… Gute Stimmung, gutes Gefühl: Dieses Zusammenkommen von ganz verschiedenen Menschen, die ein gemeinsames Ziel, völlig frei von Ideologien oder parteiischen Interessen, vereint hat, dieses Zusammenkommen tut gut. Es sind Sorgen, die uns vereinen, ja, und auch Ängste, klar, es sind aber auch Hoffnungen, die uns hierher gebracht haben, und vor allem ein Bild von der Zukunft und vom Leben in dieser Stadt, die uns vorschwebt.
Am Ende des Demozugs ist die Stimmung im Park mit den Lichtern einfach einmalig. In diesen Tagen fange ich an, diese Stadt, die bis jetzt „verträglich“ gewesen ist, auch zu mögen.
Später fahre ich mit dem Fahrrad auf der Theodor Heuss den vielen Clubs entlang nach Hause. Bum bum bum, viel los heute Nacht, draußen die vielen teenies mit – denkt man – nur ihrer bum-bum-Musik im Kopf, schwindelerregende Absätze die Mädels, viel trash, alle aufgemotzt – denkt man – für den großen Freitagsauftritt. Bum bum.
„Sie haben Ihren Schlüssel verloren!“ Der Junge rennt hinter mir her und hält meinen Autoschlüssel in der Hand. Sauberes helles Gesicht, nett, gar nicht aufgeputscht, normal angezogen, so einen hätte ich gerne als Sohn oder Enkelkind. Na ja, vielleicht ist die Theodor Heuss nicht ganz das was man denkt, vielleicht stecken in uns auch ein Paar Vorurteile…
Der Junge hat mich gerettet, so empfinde ich es, er hat mir unendlich viele Ärger erspart. Gleich liebe ich ihn, ich liebe die ganze Theodor Heuss und den ganzen Demotag. Einfach unschlagbar!
Ach ja, im Da Loretta habe ich auch gegessen, etwa um zu testen, was der neue Koch, der Emanuel so macht. Ich habe seine Radicchio-Gorgonzola-Lasagne probiert, und dann die Hähnchenleber-Spieße. Unschlagbar, einfach unschlagbar!
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