Durch Loretta Petti
Auf der Theodor-Heuss muss ich aus lauter Überraschung plötzlich bremsen: Am Straßenrand auf der Beete steht stolz ein großer Falke. Vielleicht hält er etwas zwischen den Krallen, man kann es nicht sehen, er schaut sich mit scharfen Falkenaugen um und fliegt dann mit erhabener Ruhe aufs Dach vom ForumDrei. Schönes Tier, so wild und deplaciert hier unter den Autos. Ich sitze in meinem Blechkasten, staune und fühle mich gefangen im Verkehr. Ohne Flügel.
Erster Gedanke, positiv: So vergiftet ist die Luft dieser Stadt doch nicht, wenn selbst ein Tier der Wildnis sich anschickt, hier in ihrer Mitte zu landen.
Zweiter Gedanke, weniger positiv: So durcheinander ist die Welt geraten, dass Menschen und Tiere ihre Umgebung nicht mehr erkennen. Sie finden sich nicht mehr zurecht, wandern aus und verirren sich.
Trotz alledem oder vielleicht eben deshalb: Allen wünsche ich (verspätet aber vom ganzen Herzen) viel Mut, viel Freude, gutes neues Jahr.
Denn... L’ Epifania tutte le feste si porta via.
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