Tuesday, February 17, 2004
WIR FANGEN AN (Trattoriatagebuch, geschrieben ziemlich... am Ende)
Diese letzten Tage sind spannend. Wir alle entscheiden (ich fühle es, wir sagen es uns nicht), daß man anfangen muß, um daran zu glauben. Diese letzten Tage sind hektisch. Manchmal denkt man, daß noch so viel fehlt. In der Tat ist es nicht so, in der Tat ist die Trattoria schön geworden, ein schönes Lokal und wir eröffnen (zunächst ohne Einweihung und ohne Feierlichkeiten) am DONNERSTAG 19. FEBRUAR. Also giovedì DA LORETTA in der Büchsenstraße 24 !
Sunday, April 25, 2004
Neuanfang mit Tagesgedicht
Der Abstand fehlt, der Abstand zu dem, was ich z.Zt. mache und somit auch die Fähigkeit, darüber nachzudenken. Deshalb kann ich nicht schreiben und ... so schweigt der blog. Versuche nun, wieder anzufangen. Nur mit dem Tagesgedicht, das an die Tafel der Trattoria Da Loretta geschrieben wird. Weiter geht's auch mit der Karte für morgen, Mo. 26. April (der Tag nach dem 25. April, vielleicht werde ich mal darüber schreiben, was für eine Bedeutung der 25. April in der italienischen Geschichte hat).
DIVORANDO IL MONDO / DIE WELT VERSCHLINGEN
Sono nato con la bocca aperta... / Ich wurde geboren mit offenem Mund...
facendo il mio ingresso in questo mondo succoso / trat ein in diese Welt voller Saft
di pesche e limoni e sole maturo / von Pfirsich, Zitrone und reifer Sonne
e nella rosea e segreta carne di donna, / und dem rosigen heimlichen Heisch der Frau
questo mondo in cui la cena è / diese Welt, wo das Abendessen
nel respiro del deserto sottile / im Atem der Wüsteneien ist,
nelle spezie del mare distante / in den Gewürzen des fernen Meeres,
che galleggiano nel sonno a notte fonda. / die durch den Traum treiben spät in der Nacht.
(James Tipton, 1995)
Sunday, May 2, 2004
Geduld und Solidarität
Etwas kann ich jetzt trotz Schreibblockade doch schreiben: In diesem schwierigen Abenteuer, das Trattoria da Loretta heißt, erlebe ich viel Solidarität. Von den Gästen, deren Geduld hart auf die Probe gestellt wird. Ja, ich bin bekanntermaßen eine chaotische Natur (obwohl ich behaupte, daß meines ein gewolltes, also geordnetes Chaos ist!). Zu meiner üblichen "spontaner" Arbeitsweise kommen in der Trattoria oft Fehlplanungen hinzu, so daß die Besetzung im Service nicht stimmt oder auch die Tageskarte für die Situation nicht taugt. Mit dem Ergebnis, daß viele Gäste oft lange warten müssen usw. usw. Ärgerlich, vieles ist ärgerlich. Trotzdem bringt man uns auch viel viel Verständnis entgegen Deswegen danke, grazie an alle Geduldigen, an alle neue und alte Freunde und Bekannte und Kunden, die mit ihrem Interesse an diesem neuen Lokal so viel Toleranz auch mitbringen. Grazie.
Viel Solidarität kommt auch von den Lieferanten. Es ist ja so, daß man am Anfang mit den Finanzen sehr hart kämpfen muß: Man zahlt und zahlt und das Geld reicht nicht und nie. Nun, es gibt Importeure, die auf die Bezahlung geduldig warten und so mir eine große Hilfe bieten.