Saturday, January 17, 2004
Der Wein und der Käse
Der Wein ist ein Dolcetto d’Alba vom Podere Ruggeri Corsini 2002. Kein Biberwein, er ist ehrlich und gleichzeitig komplex. Wie eine Reise in eine Welt. Der wird zu einem Käse der Käserei di Camporbiano (San Gimignano) gekostet. Die Leute von Camporbiano kommen aus dem Norden, machen in der Nähe von San Gimignano nur Kuhkäse, haben eigene Kühe. Von diesen Leuten sage ich immer, daß sie in Italien die Fundamentalisten des Biologischen darstellen. Ich mag sie, weil man vor ihnen gleich das Gefühl hat, das sind zuverlässige Menschen. Ich verkaufe ihren Käse, ihre Bionudeln und ihre Soßen aber vor allem, weil sie gut schmecken.
Die angenehme, milde Seite vom Dolcetto bindet sich sehr gut mit dem leicht bitteren, hefigen Geschmack vom Käse. Dieser Wein und dieser Käse sind ja so wie die Menschen, die sie herstellen: stolz, engagiert, vielseitig und ehrlich. Wein und Käse erzählen von der "Passione", der Begeisterung und Ehrlichkeit ihrer Macher. Deshalb schmecken sie auch ein wenig wie ein Geschenk.
Tuesday, February 17, 2004
PETER UND ICH (Trattoriatagebuch, geschrieben ziemlich am Anfang)
Als ich die Trattoria halb gepachtet hatte, wußte ich daß ich einen Architekten brauchen würde. Ich hätte irgendeinen beauftragt. "Machen wir so, als ob das ein Wettbewerb wäre - sagte mir Peter (Ippolito) - wir bewerben uns mit unserem Projekt und du darfst entscheiden, wer dein Lokal macht". So hast du, Peter, gleich den Wettbewerb gewonnen, weil Du mir gezeigt hast, daß meine Trattoria dir wichtig war. Ich kannte andere Objekte von dir, schöne Sachen von dir und bereue es nicht dir gleich den Sieg zugeteilt zu haben. Danke deiner Kreativität, deinem Verständnis für das was ich bin, deinem Engagement habe ich noch viel Spaß an der Sache und bin überzeugt, daß wir zusammen eine wunderbare TRATTORIA DA LORETTA machen werden.
Tuesday, February 17, 2004
TAPETENCOLLAGE (Trattoriatagebuch, geschrieben ziemlich in der Mitte)
Tapetencollage schlagen sie dir für die Wände deiner Trattoria vor. Du kannst dir wenig darunter vorstellen, sagst aber nicht. Stellst dir schon vor, wie sie dich vor einen Bildschirm stellen und alle mögliche elektronische Kombinationen von Farben und Mustern zeigen werden. Weit verfehlt! Monika kommt mit einem Büchlein, Lederaußenseite mit sanftem schlichtem Muster, leicht "verrissen", als ob es ein Teil ihres Alltags wäre, ganz normal also und doch ganz anders. Und dann zeigt mir Monika die Muster, die sie vorbereitet hat: Tapeten zusammengeklebt, sanfte Muster- und Farbenübergänge, sichtbar, sie sind vor mir, ich kann sie berühren. Es ist schön, Monika, wie du das machst. Man hört dir zu, wie du deine Gedankengänge beschreibst, man berührt es an der Lederoberfläche deines Büchleins, man sieht es auf deinen collages. Es ist ein kleines ‚Fest der Sinne, du und der sanfte Übergang von Farben und Mustern. Ja, das ist eine Tapetencollage. Jetzt weiß ich, was du gemeint hast und es gefällt mir. Ich mag dein Heft, Monika, und deine zusammengeklebte Tapeten.