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Heute, 12.3. in den NACHRICHTEN war auch von uns die Rede

 

 



Kleines Kino ganz groß
In der Kult-Videothek 451 locken Leinwand, Samt und Ledersessel zum Kinoerlebnis

Seit 20 Jahren genießt die Filmgalerie 451 in der Stuttgarter Gymnasiumstraße bei Filmfreunden Kultstatus. Nun macht der Verleih einen Schritt zurück in die Zukunft: Im oberen Stockwerk wurde ein kleines Kino namens „The Set“ eingerichtet, das an Gemütlichkeit und liebevoll ausgewähltem Interieur kaum zu überbieten ist.
VON ALEXIA ANGELOPOULOU
Dieses Zeichen an der Wand – irgendwie kommt es einem bekannt vor, das rot-verwaschene Graffiti mit den Affen. War da nicht mal ein Film? Logisch, Twelve Monkeys von Terry Gilliam mit Bruce Willis und Brad Pitt! Und die mit braunem Fell-Imitat bezogene Bar – ganz Barbarella. Wer sich Zeit nimmt in den überschaubaren Räumlichkeiten von „The Set“, findet zahllose solcher Film-Zitate – vorausgesetzt, er erkennt sie. Für den Fall, dass der Betreffende kein bewanderter Cineast ist, hat Inhaber Marc Hug kleine gerahmte Fotos von den entsprechenden Filmszenen an die Wände gehängt.

Auf Nachfrage erzählt der Filmfanatiker aber auch gerne, was es mit den jeweiligen Details auf sich hat. Die Stühle in der Ecke: „Eyes wide shut“. Der glitzernde Vorhang, der eine mit Absicht schlecht verputzte Wand halb verdeckt: „La dolce vita“. Dazwischen gemütliche Ledersofas, vier Reihen altmodischer Kinobestuhlung, schwerer tiefroter Samt vor den Fenstern und eine gleichfarbige Tapete, die wie Brokat anmutet. Die einzigen Objekte, die definitiv aus diesem Jahrtausend stammen, sind der Beamer und die dazugehörige Leinwand.

„Wir hatten viele Ideen, als es darum ging, den oberen Raum zu nutzen“, sagt Marc Hug. Am liebsten hätte der Drehbuchschreiber, der die Videothek seit sieben Jahren betreibt, die Moloko-Bar aus „Uhrwerk Orange“ nachgebaut. „An jedem Sitzplatz ein Fernseher und Filme nonstop – die 451 wäre so wie die Staatsgalerie gewesen, bloß eben als Filmgalerie“, schwärmt er. Aber eine Bar mit den entsprechenden Öffnungszeiten wäre mit der Videothek schlecht zu vereinbaren gewesen. So besann man sich auf den Ursprung, wie es bei der Filmgalerie von jeher Tradition ist, und entschied sich fürs Kino.

Und was für Kino! „Der Vorteil an ‚The Set’ ist der intime Rahmen – wir können vieles machen, was in anderen Kinos nicht möglich ist“, sagt Organisatorin Suse Stroner. Diese Tatsache nutzen Macher und Gäste gleichermaßen. Etwa Gastronomin Loretta Petti, die in der Büchsenstraße ihre Trattoria betreibt und als bekennende Filmnärrin mittlerweile alle sechs Wochen in „The Set“ kocht. „Wenn die Zuschauer Glück haben, erzählt sie zwischendrin etwas zu den Filmen. Das ist dann klasse, weil sie sich nicht nur gut auskennt, sondern auch begeistern kann.“ Außerdem stimmt Loretta das Essen entsprechend ab. 25 Gäste kann sie in den Räumlichkeiten maximal mit Ravioli, 
Risotto, Tiramisu und anderen Spezialitäten verwöhnen.

Gedacht ist „The Set“ aber nicht nur für kulinarisch-cinematographische Experimente, sondern für allerhand mehr. Man kann den Raum für einen Kindergeburtstag mit Kinovorstellung genauso mieten wie für Schulklassen, die Präsentation des eigenen Urlaubfilms ebenso adäquat begehen wie ein gemeinsames Kinoerlebnis mit Freunden. 
Bereits jetzt nutzen etliche Filmschaffende die Lokalität. So hält die Medien- und Filmgesellschaft regelmäßig ihren Jour Fixe dort ab, Studenten der Kunstakademie veranstalten das AKA-Kino, Kommilitonen von der Hochschule der Medien und der Filmakademie Ludwigsburg lassen sich blicken, Stuttgarter Filmstudios veranstalten Premierenfeiern. 
Daneben gibt es lustig-absurde Events wie den Filmszenennachspielwettbewerb des DJs und Moderators Konrad Kuhn, bei dem die Kombattanten eine Filmszene darstellen, die vom Publikum erraten werden muss und nachher im Original eingespielt wird. Auch 
die Stuttgarter Montage-Gruppe zeigt jeden zweiten Mittwoch einen Film. Für Kinofreunde gilt es also nur noch, ein Ticket zu lösen für das neuste altmodische Lichtspielhaus in Stuttgart.

www.theset.de

Wednesday, March 12, 2008

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