Durch Loretta Petti
"Der Katzenjammer bei den Wasserversorgern ist groß. Bis auf 40 Mill. Euro können die Verluste aus Cross-Border-Leasing-Geschäften anwachsen... (Die Krise) führt u.a. dazu, dass Städte und Gemeinden sowie kommunale Zweckverbände ihre Cross-Border-Leasing-Geschäfte mit US-Investoren für viele Millionen Euro nachbessern müssen. Den beiden großen kommunalen Wasserversorgern drohen Verluste in zweistelligen Millionenbereich. Bis zu 40 Mill. Euro stellen sie zur Bewältigung der Krise bereit. Die Landeswasserversorgung wird den gesamten noch vorhandenen Barwertvorteil von 20 Mill. Euro benötigen...
... Weil Bargeld lacht und man die insgesamt 24,7 Mill. Euro aus den Staaten angeblich dringend für Investitionen benötigte, überschrieb die Landeswasserversorgung 2001 ihre gesamte Infrastruktur für 688 Mill. US-Dollar für 99 Jahre an den US-Investor First Union Bank. Ein Jahr später verscherbelte die Bodensee-Wasserversorgung ihre Anlagen für 841 Mill. US Dollar über den großen Teich...
... Sieben Jahre nach der Entscheidung zur Privatisierung stehen die Zweckverbände vor einem Scherbenhaufen. Am 25 November müssen bei Verbandsversammlungen in Sindelfingen neue Vertragspartner und umfangreiche, teure Lösungen präsentiert werden. Angeblich unabhängig agierende US-Anwaltskanzleien wie Clifford Chance und Arrangeure wie die damalige Daimler-Chrysler-Finanztochter Debis hatten sie einst heiß gemacht auf das leicht verdiente Geld aus dem Steuersparmodell aus den Staaten. SIE ALLE VERDIENTEN PRÄCHTIG DARAN - EBENSO WIE DIE BETEILIGTEN BANKEN. Die Gesamtkosten der Transaktion etwa bei der Landeswasserversorgung beliefen sich auf elf mill. US-Dollar... Mit anderen Worten: Die Vorteile für Anwälte, Arrangeure und Banken waren in etwa gleich hoch wie der gesamte Barwertvorteil für den Verband. WÄHREND DORT DIE RÜCKLAGEN SCHMELZEN, VERDIENEN DIE DAMALIGEN PROFITEURE AN DER KRISE ABERMALS. DENN ALLEIN SIE KENNEN DIE KOMPLIZIERTEN VERTRÄGE.
Zur Kasse gebeten aber werden die Verbandsmitglieder und letzlich die Kommunen. Dabei hatte es genügend warnende Stimmen gegeben. Das zeigt das Beispiel der Bodensee-Wasserversorgung. Noch am 20. November 2001, dem Tag der Entscheidung, hagelte es Kritik an dem Mietgeschäft. Und da, obwohl ein Debis-Vertreter und zwei Rechtsanwaltskanzleien - darunter die US-Anwaltsfirma Clifford Chance - den 180 Mitgliedern die Risiken Kleinredeten..."
Aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 14. November 08, Seite 6, "Trinkwasser ist zu wichtig, um es Risiken zu unterziehen".
Na ja, wenn die SZ selbst das schreibt...!
Mehr "Spannendes" aus der Unterhaltungsbranche darüber:
Wolfgang Schorlau, Fremde Wasser - ein Krimi über Privatisierung bzw. Leasing von Wasser,
Michael Clayton - ein Film über die Verbindung zwischen Anwaltskanzleien und Großunternehmen.
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