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Gedanken aus der Mitte der Baustelle / 2

... Und so ist es auch gekommen. Rechts von uns baut ein Großinvestor (aus Berlin) um. Wie erwartet, wird das Gebäude etwas aufgeputzt, Büros, Läden, Großgastronomie und eine (sage eine) Wohnung kommen darein. Links von uns wurde ein zweites Gebäude abgerissen, es wird von einem ähnlichen (nur etwas mehr Glas vielleicht) ersetzt. Ein Bürogebäude selbstverständlich. 

 

Am 20. April schreibt Joe Bauer in den Nachrichten (s. Joe Bauer in der Stadt, SN Seite 16, "Woanders ist auch Scheiße"):

 

"...Auch habe ich mir in der einen oder anderen Stadt Baustellen und Baupläne angesehen. Noch nie aber habe ich erlebt, dass die Begriffe Stadtplanung und Stadtentwicklung so stillos gemieden werden wie bei uns, in Investor-City. Das gilt für Stuttgart 21, für das Da-Vinci-Projekt (Karlsplatz) oder das Quartier S (Paulinenbrücke). In vielen Ruhr-Ecken, ob grün oder bewässert oder barbarisch betoniert, spüre icht trotz großer Krise mehr urbane Fantasie, Architektengeist und kulturelles Risiko als bei uns. Der Vorwurf, ich würde Äpfel mit Birnen vergleichen, ist mir wurscht. Tatsache ist: Die totale Stuttgart-21-Mobilisierung paralysiert die Menschen. Unsere Stadt der Zukunft liegt im Tunnel, und Stuttgarts kulturelle Dunstglocke gab es lange vor Islands Flugasche".

 

Das gilt auch für das Hospitalviertel, lieber Joe Bauer, auch hier wütet Investor-City. Denn vernünftige, am Leben und an der Geschichte der Menschen orientierte Stadtplanung und Stadtentwicklung braucht ganz andere Grundwerte als die, von denen die Politiker dieser Stadt sich leiten lassen.

Danke Joe Bauer für das, was Du schreibst! 

 

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