Durch Loretta Petti
Wenn frau ein Buch liest, das sie interessiert, möchte frau es gleich weiter geben, um diese Erfahrung des Lesens und die Gedanken irgendwie mit anderen (Freunden, Bekannten, Menschen und anderen Lebewesen) zu teilen. Was frau weiter gibt, ist natürlich eine subjektive Sicht oder Auswahl von der Lektüre, weil jede/r sich aus einem Buch das nimmt, was sie/er für den Augenblick oder fürs eigene Leben oder für den Geist braucht.
Ich lese z.Zt. DIE ESSENSFÄLSCHER von Thilo Bode (S.Fischer,2010). Einige Auszüge möchte ich unbedingt wieder geben, eine subjektive Auswahl, ja, und doch ganz objektiv, denn um Tatsachen geht es hier. Bin jetzt beim Kapitel 3 „Auf der Suche nach der verlorenen Qualität – die Traditionslüge“.
„…Mit einer Jahresproduktion von rund 24000 Tonnen in sechs Betrieben in De, Belgien und Spanien ist Abraham Europas größter Produzent von geräuchertem und luftgetrocknetem Schinken und Marktführer in De; Firmenchef Jürgen Abraham gehört als Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie zu den Mächtigen der Branche. Seinen Schwarzwälder Schinken lässt Abraham, dessen Hauptsitz in Seevetal bei Hamburg ist, im 700 Km entfernten Schwarzwaldstädtchen Schiltach im Kinzigtal produzieren. „
….
Auf der Website des Unternehmens Abraham „klickt man auf >>das Geheimnis seines (des Schwarzwälder Schinkens) herzhaften Geschmacks<< und erfährt man so gut wie alles, nur nicht, dass von den 750 000 Schweinen, die im Jahr in Schiltach zu Schwarzwälder Schinken verarbeitet werden, kein einziges aus dem Schwarzwald kommt. Die Tiere bzw. das Fleisch stammt vor allem aus Niedersachsen, Belgien und Holland. Auf der Website heißt es sogar, der Schwarzwälder Schinken werde >>ausschließlich im Schwarzwald hergestellt<<, was einer bewussten Irreführung der Verbraucher gleichkommt. Denn kaum einem normalen Kunden dürfte die feine, aber entscheidende Differenz zwischen Herstellung und Erzeugung geläufig sein.
Zwischen diesen beiden harmlos anmutenden Wörtern klafft ein riesiger Unterschied, der so aussieht: Aus dem in holländischen, niedersächsischen oder belgischen Mastbetrieben erzeugten Schweinefleisch wird im Schwarzwald Schwarzwälder Schinken hergestellt. So spekuliert Abraham offensichtlich darauf, dass viele Kunden glauben, Schwarzwälder Schinken stamme von Schwarzwälder Schweinen. Was sollen die Verbraucher auch sonst annehmen?“
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