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Populismus 1

 

Und wieder der sogenannte Pferdefleischskandal, wieder ist die Rede von verschärften Kontrollen in der Lebensmittelbranche (auf europäischer Ebene - fordert Peter Gabriel, der aus dem deutschen Eiland langsam anfängt, sich der Globalisierung bewusst zu werden).

 Die Verschärfung der Kontrollen und der Repression ist richtig und gerechtfertigt, es geht aber vor allem um deren Qualität und um die „Lokalisierung“ der Kontrollen selbst: In der Tat ist aus mehreren (politischen sowie technischen) Gründen kaum möglich, die großen Lebensmittelhersteller und -händler zu kontrollieren, so dass eine halbwegs systematische Überwachung bei den kleineren und kleinsten Endverarbeitern (wie mir) ansetzt. Da verzetteln sich aber die Kontrollen in Nebensächlichkeiten (Seifenspender u.ä.). Von Effizienz und Zweckmäßigkeit zu sprechen wäre hier sehr wohl gemeint…
Deshalb ist dieser Ruf nach Kontrollen nur populistisch. Denn so geht man am wirklichen Problem vorbei.

„Ich rege mich nicht über Lebensmittelskandale auf. Der wahre Skandal ist für mich die Normalität. Bisher hat man gedacht, es sei ein Abweichen von der guten Norm, dabei ist die Norm einfach schlecht. Die Lieferketten sind problematische Normalität“. Das sagt Hans-Ulrich Grimm in einem Interview in der SZ (30.3.2013.) und er hat Recht. Priorität sollte nicht die Repression von Abweichungen, sondern viel mehr die Umstrukturierung, das Neudenken der Lebensmittelherstellung und –vertrieb sein.



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