Durch Loretta Petti
T. ist stark. Sie arbeitet hart und viel, auf sie lastet fast ausschließlich die Unterhaltung der Familie, weil ihr Mann oft und lange krank ist.
T. ist klug. Sie spricht schlecht Deutsch, trotzdem hat sie die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen, sie weißt dass ihre Familie das braucht, um die nötige Stabilität und Sicherheit zu haben.
T. ist eine gute Erzieherin: Obwohl sie und ihr Mann eben nicht das beste Deutsch sprechen, besuchen ihre Kinder das Gymnasium und bringen nach Hause die höchsten Noten.
T. ist ein fröhlicher Mensch, wenn sie lacht, lachen ihre Augen mit und wenn sie erzählt, dass es ihr gut geht, meint sie das auch so. Wie schafft sie das, verdammt?
T. ist selbstbewusst. Wenn man sie fragt, warum sie kein Kopftuch trägt (während des Ramadan fastet sie aber), antwortet sie, dass man Gott und Glaube im Herzen trägt und nicht auf den Haaren. Als sie das so sagt, würde ich sie nur umarmen.
Ist sie integriert?
G. und M. sind hier geboren, hier in die Schule gegangen, sprechen perfekt Deutsch, sind zwei junge Menschen, die bald heiraten werden. Beide sind sehr hübsch, er wirkt ein bisschen deutsch mit seinen hellen Haaren und dem klaren Gesicht. Sie ist zierlich, akkurat geschminkt, trägt aber Kopftuch und den langen „Mantel“ der Musliminnen. Bevor sie heiraten, bereiten sie sich ihre Wohnung vor. Die Eltern von ihm beteiligen sich rege an den Renovierungsarbeiten. Ob sie auch bestimmen, wie die Wohnung auszusehen hat? Ob sie entscheiden, welche Möbel gekauft werden? Die Familien der Beiden sind intensiv in dieser Vorbereitungsphase dabei, en Masse, die Frauen mit Kopftuch, der Vater mit dem weisen langen grauen Prophetenbart.
Sind G. und M. integriert?
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